Borussia Dortmund ist und bleibt über die Jahre hinweg einer der größten und erfolgreichsten Clubs in der Bundesliga. Oftmals sind sie der direkte Konkurrent der übermächtigen Bayern und halten sich generell in den Top 5 der Liga auf. Allerdings hat es in den letzten Jahren nicht so richtig mit den Titeln klappen wollen. Und wenn man sich das Team ansieht, dann sollte es ja eigentlich auch nicht an den Talenten liegen.
Im Titelrennen entscheiden nicht nur die Qualität des aktuellen Kaders und die Ergebnisse der direkten Konkurrenten. Auch die Breite des Teams, die Entwicklung junger Spieler und die Fähigkeit, Ausfälle während einer langen Saison zu kompensieren, können eine wichtige Rolle spielen. Wie einer Mannschaft ihre Chancen im Vergleich zur Konkurrenz eingeräumt werden, zeigt sich unter anderem in Prognosen, Experteneinschätzungen und den aktuellen Bundesliga Quoten
Borussia Dortmund gilt seit vielen Jahren als eine der wichtigsten Talentschmieden im deutschen Fußball. Zahlreiche junge Spieler haben sich beim BVB entwickelt und anschließend erfolgreiche internationale Karrieren eingeschlagen. Allerdings nutzen einige Talente den Verein vor allem als Sprungbrett, um sich für größere Clubs zu empfehlen.
Dadurch entsteht gelegentlich der Eindruck, dass Dortmund beim langfristigen Aufbau mit eigenen Nachwuchsspielern vorsichtiger agiert. Besonders vielversprechende Akteure können schnell das Interesse finanzstärkerer Vereine wecken. Gleichzeitig führt diese Situation dazu, dass der BVB viele Positionen regelmäßig mit externen Neuzugängen besetzt, anstatt über mehrere Jahre hinweg eine feste Basis aus dem eigenen Nachwuchs aufzubauen.
Das führte in den letzten 10 Jahren dann auch leider dazu, dass die Borussen nicht so richtig den Fuß auf die Erde bekamen, wenn es um die Titel und Turniere ging. Zwar war man meist vorne mit dabei, über einen dritten Platz ging es dann aber selten hinaus. Das ist für ein so traditionsreiches Team natürlich schade, schließlich ist ja auch der eigene Anspruch etwas höher. Damit die Borussen in der Zukunft also nicht immer nur das Nachsehen haben, ist es an der Zeit, für die kommenden Monate und Jahre die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Was man sicher sagen kann, ist, dass Talent noch nie das Problem von Borussia Dortmund war. Der Verein war immer schon in der Lage, die Spieler von Morgen zu produzieren. Ein viel größeres Problem ist dabei, die Talente dann beim Verein zu halten. Zu einem gewissen Teil liegt das am Image von Dortmund als bodenständiger Arbeiterverein. Auch wenn das nur zu einem gewissen Teil die Wahrheit ist, hat die Strahlkraft von illustren Namen wie Barcelona, Bayern München oder Arsenal London immer wieder den richtigen Eindruck auf junge, aufstrebende Spieler gemacht. Deswegen wanderten sie dann auch gerne mal in die Richtung von lukrativen Verträgen.
Das ist natürlich eine wichtige Erkenntnis für Dortmund, denn für die nächste Generation an Spielern wird es eine ähnliche Situation sein. Wie können die Borussen also Talente nicht nur hervorbringen, sondern auch langfristig halten? Wichtig hierbei ist eine frühe Stärkung der Vereinsloyalität. Die Spieler müssen das Gefühl haben, dass es sich auch lohnt, lange beim Heimatverein zu bleiben. Progressive Verträge wären auch eine interessante Idee, sodass der Spieler immer mehr verdient, je länger er bleibt. Dazu kommt die entsprechende Ausstattung wie die Gesundheitspflege, Zugang zur passenden Ernährung und die Möglichkeit zur Weiterbildung neben der rein sportlichen Karriere.
Die Realität ist allerdings, dass diese Maßnahmen in erster Linie für die breite Masse der Spieler funktioniert. Bei den richtigen Superstars ist es einfach ein wenig anders. Denn gerade wenn ein 20-jähriger, talentierter Spieler von einem bekannten Club einen millionenschweren Vertrag unter die Nase gehalten bekommt, ist es oftmals sehr schwer, Nein zu sagen. Und für Dortmund ist es schlicht und ergreifend oftmals nicht unbedingt möglich, gleichzuziehen. Natürlich kann man die Ablösesumme wieder gut investieren. Wenn es aber um Titel und Siege gehen soll, dann braucht man eben doch ein paar Talente auf dem Superstar Level.
Die kommende Generation hat das Potenzial, nicht nur das Spiel, sondern auch das Selbstverständnis von Borussia Dortmund nachhaltig zu verändern. Wichtig ist, dass sich Dortmund in der Zukunft als ein internationaler Club versteht, der nicht immer nur den Bayern hinterherrennt. In der eigenen Zielsetzung müssen Meistertitel, DFB Pokal und die Champions League ganz selbstverständlich als feste Termine auftauchen. Dieser Ansatz muss dann auch den jungen, nachfolgenden Spielern kommuniziert werden. Sie müssen das Gefühl haben, dass ihre Reise nicht erst losgeht, sondern, dass sie schon angekommen sind. Wenn das gelingt, dann wird es bestimmt auch mit den Titeln klappen.
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